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ML94
J.Klinsmann

ML Finale 2018 - Spiel 3

15.05.2018

Hallöchen liebe Leser,

nun ist es also Geschichte, dieses 21. Finale der ML94, und was für eine!
Eine Geschichte wie aus dem alten Testament der Fußball-Bibel, dramatisch, gnadenlos, herzzerreißend, kaum in Worte zu fassen.

19 lange Jahre wartet der große Publikumsmagnet dieser Liga, Torpedo Torsten 79, auf seinen zweiten Titel, eine gefühlte Ewigkeit. Drei mal standen die Torpedos seit 1999 in Finalspielen (2006,2010,2016), alle drei gingen verloren.
Und, um es kurz zumachen, die Leidenzeit der Rot-Blauen ist keineswegs Geschichte, denn auch dieses vierte Finale ging verloren!

Alles, wirklich alles, war angerichet für TT, selbst am marohden Mittelberg schlugen etliche Herzen in rot und blau. Wie kaum ein anderer Club dieser Liga steht der Torpedo für Emotion, Leidenschaft und positive Bekloppheit, kaum einer spielt so mitreißend und frenetisch, in Siegen ebenso sehr wie in Niederlagen.
Die Straßen der Südstadt waren am Samstag wie leergefegt, es lag dieses ganz bestimmte Flimmern in der Luft, jeder wusste es, ein Tag an dem Großes geschieht, so in etwa wie damals, 2006, kurz vor dem Anpfiff der Weltmeisterschaft in Deutschland.

Um Punkt 15:00 Uhr schickte FKJS-Trainer Steter Pöger seine Rumpftruppe zum Aufwärmen, ausgerechnet am Klärwerk in niederrheinischen Goch. Ohne die hochdotierten Coman (verletzt), Meyer (suspendiert) und Grifo (außer Form). Gerade mal 11 Mann brachte er zusammen, die sich der geballten Feuerkraft von Müller, James, Arranguiz, Havertz, Grillitsch und Hazard entgegen stellen sollten.

Und schon nach wenigen Minuten klingelte es im Kasten von Timo Horn, Upa Upa Tätärä, die Massen im TöppDas-Stadion gerieten erstmals in Ekstase.
Den Ausgleich der Jolitschen durch Ginczek nahm Tewald Tienen noch recht gelassen hin, selbst die Halbzeitführung durch Gbamin. Immerhin waren ja noch 45 Minuten zu spielen und Müller und James würden schon noch rechtzeitig aufdrehen.

Doch in den letzten Jahren hat sich am Mittelberg wohl so etwas wie eine Meißter-DNA gebildet, die Jolfine legten im zweiten Durchgang gar noch einen drauf, spielten überlegt, eiskalt, tödlich. Szalai und noch mal Ginczek stellten auf 4:1 für den Titelverteidiger, die Stimmung bei den Torpedo-Fans fiel trotz sommerlicher Temperaturen unter den Gefrierpunkt. Wie kann sowas nur passieren, wo ist denn dieser verdammte Fußball-GoTT wenn man ihn einmal braucht?!

Am Ende machte ausgerechnet ein gewisser Jerome Gondorf den Unterschied, eingewechselt in der 40. Minute, er brachte die 1,5 Punkte auf den Bogen, die den alten Meißter auch zum neuen Meißter machen:
Torpedo 28, Jolitsche 29,5.

Ein wahnsinniges Finale für wahr, brutal und auch brutal bitter, für die wohl beste Mannschaft aller Zeiten, die nicht Meißter geworden ist.
Aber, bitte verzeiht mir die Phrase, auch das ist Fußball, auch das ist ML, deswegen lieben wir diesen geilen Scheiß, weil er eben so unberechenbar ist, weil plötzlich ein Ginczek 6 Punkte holt und die Weltstars Müller und James zusammen nur 0.

An solchen Tagen erntet dann der Verlierer mehr Ruhm als der Sieger, auch wenn sich das "Schalke der ML" für diesen nächsten Vize-Titel nichts kaufen will und den Final-Wimpel wahrscheinlich nur zum Arschabwischen hernimmt.
Doch die Fans lieben und vergöttern sie, diese "Lovable Losers", die Chicago Cubs des Fantasiefußballs, ob nun 19 Jahre ohne Titel oder 108.

Über den Sinn und Unsinn solcher Finalspiele und der Playoffs überhaupt kann man geteilter Meinung sein. Natürlich hätte nichts und niemand dem Torpedo der Saison 17/18 in der regulären Spielzeit den Titel streitig gemacht. Andererseits lieben die Fans dieses große TAM TAM rund um den finalen Showdown und mit dem 29,5:28 haben sie genau das bekommen, wonach ihr Fußballherz lechzt.

Wir vom ficker lienen dieses Spiel, wir lienen den Torpedo und wir lienen die Jolitschen, wir lienen Tewald Tienen und wir lienen Steter Pöger, und wir lienen die Spor und die Lok, die Juve und die Hassia, den Hajduk und die Forza, die Mösen und die Haile, den Parisss und die Finalisti.

Bis zum Frühjahr 2019,
Küsschen, Eure Jeanette Klinsmann

- J.Klinsmann -