ML94 Die Managerliga | gegründet 1994
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Zé

Die Finalisti sind Meister, der Gewinner ist die ML!

29.05.2019

Präsidenten,

die 25. Saison der Manager League von 1994 ist mit einem großen Knall für den FC Fausto Finale zu Ende gegangen. Und auf eine Art und Weise, die man sich vorher so gar nicht ausdenken konnte. Das herbeigesehnte dritte Finalspiel war für mich das dichteste ML Erlebnis seit dem Finale 2004/05 im Nürnberger Frankenstadion zwischen der Forza und der Lok. Sowas habe ich am eigenen Verein noch nie erlebt.

Alles ging mit sage und schreibe 210 guten alten SMS von der Cote Azur an den Edelfan und ab sofort Ehrensportdirektor der Finalisti beim ersten Treffen los. Direkt von der Strandbude nach Prüm in die Eifel. Mäzen L. Lange stellte den ersten FF-Kader der Saison minutiös zusammen, kaufte mehr Wunschspieler als man sich selbst gegönnt hätte und legte das FFundament für den Titel. Mit diesem Kader übernahmen die Finalisti am 6. Spieltag die Tabellenführung und gaben Sie bis zum 20. Spieltag nicht mehr her.

Aber den richtigen Beat bekam die Truppe von Star-DJ Franco Foda erst in der Meisterrunde und den Playoffs. Als hätte jemand den Stecker gefunden und einfach mal in die richtige Buchse gesteckt. Immer über 20 Punkte und ab den Playoffs wurden zeitweise sogar 27 Punkte zum Standard erhoben.

Gleich im Viertelfinale wartete mit dem Main FC der zweitbeste Gesamtpunktwertungssieger aller Zeiten. Aber wie schon die Spor 2015 - bis heute die beste ML Mannschaft aller Zeiten - scheiterten die Mösen an Playoff König Franco. Es benötigte einen Einzigen #fridayforfinalisti um dem MFC das Saisonaus zu bescheren und so kegelten Mateta & Boetius die Punkti-Gewinner um Reus, Thiago und Müller mit 27 Punkten aus den Playoffs, bevor diese überhaupt den Platz betreten hatten.

Die Aufgaben wurden nicht kleiner, im Gegenteil. Mit der Spor stellte sich der Rekordmeister den Finalisti entgegen und dieser machte nicht den Anschein sich an einem einzigen Freitagabend verabschieden zu wollen. Allerdings hatte Schnulian Nagelstramm einen Mann nicht auf der Rechnung der beschlossen hatte seine Saisontore erst ab dem Halbfinale zu schießen: Lucas Nicolas Alario spielte von nun an mit, ballerte die Finalisti mit freundlicher Hilfe von Caligiuri, Tah und Mateta zweimal zu 27 Punkten und somit ins fünfte Finale der Vereinsgeschichte. Einfach zu laut für die Traumabwehr der Spor. Der Höhepunkt sollte aber noch folgen, denn ein weiteres Team hatte in Leipzig das Tor zum ML-Finale gefunden.

Mit den Jolitschen stellte sich nun der herausragende Verein der laufenden Dekade im Fantasiefußball. Drei der letzten vier Titel gingen an den Mittelberg. Die historisch nur zweimal übertroffenen 606,5 Punkte in der regulären Saison werden in den Geschichtsbüchern wohl verblassen, weil Sie in 18/19 eben keinen Punkti brachten, definierten aber eindrucksvoll die Höhe der Hürde. Dazu kann niemand mehr Finalerfahrung aufbieten als Steter Pöger - Mr. Cool Hand. Also traten die Finalisti auch im dritten KO-Duell als Außenseiter an, auch wenn mehr und mehr das GeFFühl aufkam, dass da was geht. Alario lärmte weiter drauf los und schickte den amtierenden Meister mit einem deftigen 27:21,5 postwendend zurück an den Mittelberg, wo ein schmerzhafter Verlust die Finalserie überschattete. Präsidentenhund Johnny Be Good verstarb nach einem langen, erfüllten Leben im stolzen Alter von 13 Jahren. Es war der richtige Moment, besser als auf dem Mittelberg konnte es ihm nicht gehen.

Spiel Nummer zwei fand auf eben diesem Mittelberg statt, dem legendären Gipfel der ML. Eine Vorentscheidung war möglich, hätte mit der 14-Spieler Aufstellung von Franco Foda aber auch mit dem Anpfiff schon in einem Debakel enden können. Doch J.Jolitsch bewies bemerkenswerten Sportsgeist und so konnten die beiden Teams ihr Können auf dem Rasen zeigen. Die Finalisti waren einmal mehr in Playoff-Form auch wenn die Last des nahenden Titelgewinns die Tore und Punkte nicht wie in den Vorwochen sprudeln ließen. Mit einem komfortablen 2:0 ging es in die Schlussphase der Partie, aber der Meister ließ noch mal Muskeln spielen und Zakaria (80.) und Götze (92.) glichen in letzter Sekunde vor heimischen Publikum aus. Die bereits tobende, vom Edelfan orchestrierte Titelparty in der Südstadt musste wieder eingestellt werden. Das verheißungsvolle 22:22 im Auswärtsspiel führte noch nicht zm Titel, aber zu einem satten 6-Punkte-Polster für FF im Entscheidungsspiel.

Die 25. ML-Saison bekam so einen mehr als würdevollen Höhepunkt serviert. Eine Saison von högschter Qualität und der wohl engsten Abschlusstabelle seit Präsidentengedenken. Nicht umsonst steht diese Tabelle auf dem Finalisti-Nachttisch, nicht umsonst spricht der Mäzen von der Besten Saison aller Zeiten. Und was dann am 18. Mai 2019 in der Honald Bar zwischen 15:30 und 17:25 passierte ist längst Pflichtlektüre in jedem Grundkurs ML-Geschichte.

Mit den Aufstellungen nimmt das Drama scheinbar seinen Lauf. Gulacsi, Kampl, Kempf, Bender und Ribery finden sich alle nicht in der Startaufstellung wieder. Lediglich Gulacsi und Kampl werden von Foda ersetzt, die Ribery-Frage spaltet die Honald Bar, Kempfs mögliche Auswechslung fällt im Trubel der fehlenden Finalübertragung unter den Tisch. Völlig unbemerkt besudelt auch Steter Pöger seine blütenweiße Finalweste mit einem Flekken. Und so beginnt das Spiel mit nur elf Spielern auf Seiten von FF und ohne Torwart bei JS. Es dauert bestimmt 20 Minuten bis die Honald Bar die VIP-Lounge medial hergerichtet hat. Die Finalisti stehen in der Anfangsphase deutlich spürbar unter Druck; Man ist nervös, die Jolitschen hingegen total relaxt und so spielen die Teams auch. Fahrige Finalisti bekommen keinen Fuß auf den Boden und Wout Weghorst eröffnet den Torreigen für eine jolaktische Aufholjagd. Nachdem Gnabry‘s Tor noch vom Kölner Keller kassiert wird, stellen Rashica und erneut Weghorst schon in der 37. Minute auf 3:0. Der Vorsprung von 6 Punkten schmilzt dahin und die Kölschgläser werden immer größer und zahlreicher. Für jedes Weghorst Tor gibt’s einen Schnapps. Das erste Lebenszeichen des FC Fausto lässt aber nicht lange auf sich warten: Tor Alario!? Wer sonst? Oder doch ein Eigentor durch Rekik? Nein, das ist der Anschlusstreffer! Mit einem emotionalen 1:3 geht es in die Pause, alles ist offen. Beide Teams strecken jetzt die Hand nach dem Titel aus, J. Jolitsch zieht am Burnic und blickt in die Glaskugel: "Ich brauche sechs Tore, um das Ding zu drehen." Fehlen also noch drei, ganz schön viel Holz.

Die Jolitschen spüren den Rausch ihres Präsidenten und spielen sich nach der Pause in selbigen. Wout Weghorst lässt den Fuß auf dem Gaspedal und knallt das 4:1 in die Maschen. Der auf Treffen viel besungene Vincenzo Grifo trifft filigran zum 5:1. Jetzt kippt das Spiel vollends: Die Jolitschen bekommen Ihren zweiten Elfmeter zugesprochen, diesmal legt sich der Bro den Ball auf den Punkt und macht in der 66. Minute das heraufbeschworene sechste Tor. Alles wie immer? Eine Saison hat drei Treffen, dauert 34 Spieltage und am Ende gewinnen die Jolitschen? Der Titelhattrick ist gut 20 Minuten vor Ende der Saison zum Greifen nah, das größte Comeback der ML Finalgeschichte bereits Realität.

Glaubt bei FF noch einer dran? Einer glaubt noch dran! Zwei Tore und wir sind zurück im Spiel, lautet die Ansage des Präsidenten. Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist. Sportdirektor Mäzen L. Lange greift ein letztes Mal in die Trickkiste, streckt die Hand aus und gratuliert den Jolitschen bereits in der 70. Minute zum Titelgewinn. Pöger zögert fast unmerklich und greift dann doch zu. Scheinbar zeitgleich nimmt die Finalisti-Lawine Fahrt auf. Alario dreht den Pegel in der 72. Minute schlagartig hoch: 2:6. Das nächste Tor durch Boetius kann der Kölner Keller noch verhindern, aber in der 83. Minute trifft der Tulpen-Maradona zum 3:6 mit einem Schlenzer ins lange Eck. Jetzt kocht das Land des Lächelns über und es geht tatsächlich Schlag auf Schlag. Lucas Alario strapaziert die Endstufe und zahlt im wichtigsten Spiel seiner Karriere alles an Vertrauen zurück: 4:6 in der 88. Minute und die dicke Frau hat immer noch nicht gesungen. Wahrscheinlich schon beim 5:6 durch den zweiten Treffer von Boetius in der 90., aber spätestens bei Matetas Tor zum 6:6 in der Nachspielzeit liegen sich die beiden Finalisten, Töppi Torpedo und der Mäzen in den Armen. Im VIP Bereich der Honald Bar Hosen werden runter gelassen, auf den Straßen der Südstadt wird getanzt.

Der FC Fausto Finale ist Meister, aber vor allem hat die ML an diesem Nachmittag in der Honald Bar ihr schönstes Gesicht gezeigt und uns nach 25 Jahren mal wieder allen bewiesen warum wir sie so lieben, warum man sie lieben muss. Das ist mehr Wert als der Titel, auch wenn es sich richtig geil anfühlt das Ding nach 10 Jahren mal wieder mit nach Hause zu nehmen. Und zwar so richtig geil.

- Zé -